Maßloses Surfen im Internet kann Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen

22.07.2014 | erstellt von Dr. Nele Urban

 

Einem Arbeitnehmer, der mehrere tausend Musikdatein zur privaten Nutzung auf seinen Dienst-PC herunterlud, kann fristlos gekündigt werden. So entschied jüngst das Landesarbeitsgericht Schleswig Holstein (LAG SH 6.5.2014 – 1 Sa 421/13).

Der Arbeitgeber suchte den Grund für eine Verlangsamung seines IT-Systems. Dabei musste er feststellen, dass ein Mitarbeiter Film- und Musik Dateien in signifikantem Umfang (17.429 Dateien) auf seinen Dienst-PC herunter geladen und gespeichert hatte. Der Arbeitgeber kündigte sodann das Arbeitsverhältnis fristgerecht ohne vorherige Abmahnung.
Das LAG hielt die Kündigung für rechtmäßig, weil der Arbeitnehmer durch exzessive private Nutzung des Internets seine Arbeitspflicht in besonders schwerwiegender Weise verletzte. Die Behauptung des Anwalts des Arbeitnehmers, insbesondere die lange Betriebszugehörigkeit von 21 Jahren habe zumindest eine vorherige Abmahnung erforderlich gemacht, überzeugte das Gericht nicht. „Dass ein solches Verhalten während der Arbeitszeit nicht erlaubt sei, wisse jeder Arbeitnehmer.“